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Gedichte[1]:

[1] Die Gedichte mit B sind von Max Bamberger, die mit F sind von Ludwig Fulda, die mit Mj sind von Cläre Mjöen, die mit Mo sind von Christian Morgenstern und die Gedichte ohne Zeichen sind von Roman Woerner übersetzt.

Nils Finn Lied der Jungfrauen (B) Die Taube (B) Vaterlandsweise (Mo) Ein Lied für Norwegen (Mo) Norwegens Antwort auf die Reden im schwedischen Ritterhaus Johan Ludvig Heiberg (B) Das Meer Allein und in Reue Die Prinzessin Vom Monte Pincio (F) Ach, wüßtest du nur! (F) Die Engel des Schlafes (B) Das Mädchen am Strand (F) Heimliche Liebe (Mo) Olav Trygvason (Mo) Seufzer (F) An ein Patenkind Bergliot (Mj) An meine Frau (Mo) In einer schweren Stunde (F) Frida (Mo) An Bergen (Mo) P.A. Munch (Mj) König Friedrich der Siebente (B) Als Norwegen nicht helfen wollte (B) An den Danebrog (Mj) Der Norrönastamm (F) Gesang der Puritaner Jagdlied (B) Taylors Lied Hochzeitslied I. (F) Lektor Thåsen Auf einer Reise durch Schweden (Mo) Stelldichein (F) Lied des Studentengesangvereins (Mj) An den Buchhändler Johann Dahl (Mj) Die Spinnerin (B) Die weiße und die rote Rose In der Jugend (Mj) Das blonde Mädchen (Mo) Mein Monat (Mo) Hochzeitslied II. (F) Norwegisches Seemannslied (Mo) Halfdan Kjerulf (Mj) Vorwärts (Mo) Wie man sich fand (Mj) Norwegische Natur (F) Ich reiste vorüber Mein Geleit (F) An meinen Vater (F) An Erika Lie (Mj) An Johan Sverdrup (Mj) Das Kind in unsrer Seele (F) Der alte Heltberg Für die Verwundeten (Mj) Land in Sicht An H.C. Andersen Bei einer Ehefrau Tode (Mo) An der Bahre des Kirchensängers A. Reitan (Mj) Das Lied (F) Auf N.F.S. Grundtvigs Tod Aus der Kantate für N.F.S. Grundtvig (Mj) Bei einem Fest für Ludv. Kr. Daa (B) Nein, wo bleibst du doch? Weckruf an das Freiheitsvolk im Norden--Der "vereinigten Linken" Offne Wasser Freiheitslied--An "die vereinigte Linke" (B) An Molde (Mj) Die reine norwegische Flagge (Mj) An den Missionar Skrefsrud in Santalistan Post festum (B) Romsdalen (Mj) Holger Drachmann (F) Wiedersehen Des Dichters Sendung (B) Psalmen (F) Frage und Antwort Wecklied an die norwegische Schützengilde (Mj) Arbeitermarsch (B) Der Zukunft Land (Mj) Ein junges Völkchen kerngesund (Mj) Norge, Norge (F) Meistern oder gemeistert werden Im Walde (F) Der siebzehnte Mai (Mj) Frederik Hegel (Mj) Unsere Sprache (Mo)

In die Sammlung seiner "Gedichte" hat Björnson aus den Erzählungen und Dramen eine Reihe von Liedern übernommen, die hier mit den Stellen, wo sie in der vorliegenden Ausgabe zu finden sind, verzeichnet werden sollen:

Synnöves Lied (Mo) Der Fuchs und der Hase (F) Lied der Mutter (Mo) Das Böcklein (Mo) Das Lied vom Schneider Nils (Mo) Venevil (Mo) Über die hohen Berge (Mo) Der sonnige Tag (Mo) Ingerid Sletten (Mo) Der Baum (Mo) Der Ton (Mo) Lockruf (B) Abendstimmung (Mo) Marits Lied (B) Lieb' deinen Nächsten Öyvinds Lied (B) Liebeslied (F) Berglied (F) Die erste Begegnung (F) Morgengruß Vaterlandsweise (Mo) Frederik Hegel (F), Band III. Wann wird es Morgen (Mj), Band III. Kåres Lied (Mo) ("Sigurd Slembe"'2, A. III, 1. Sz.), Band IV. Ivar Ingemundsens Lied (ebda.'3 A. II, 1. Sz.), Band IV. Magnus der Blinde (B) (ebda.'3 A. III, 1. Sz.), Band IV. Sünde, Tod (Mo) (ebda.'3 A. III, 4. Sz.), Band IV. Sie haben einander gefunden (F) (D. König, 3. Zwischenspiel), Band IV.

Vorwort

Nicht erst Björnstjerne Björnsons Heimgang hat den Plan geformt und gereift, sein Werk in gedrungener Ausgabe dem deutschen Volke vorzulegen: vielmehr ist das Unternehmen einem seiner letzten und eigensten Wünsche entsprungen. Am Entwurf noch hat er so eifrig und entschieden mitgearbeitet, wie er alles ergriff, was der Bestätigung seiner feurigen Persönlichkeit dienen konnte. Björnsons Todestag (26. April 1910) jährt sich, da dieses Gegenstück der volksmäßigen Ibsenausgabe ans Licht tritt, und der Herausgeber kann ein Gefühl der Wehmut nicht unterdrücken, daß der Dichter die Verwirklichung dessen nicht mehr gesehen hat, was wir gemeinsam ersonnen haben.

Die "Gesammelten Werke" sollen nichts anderes als eine Auswahl, allerdings im weitesten Wortsinne, bieten, eine Auswahl, die Björnsons Lebensarbeit in ihren wesentlichen und bleibenden Bestandteilen erschöpfend zusammenfaßt. Hierdurch unterscheidet sie sich von der bekannten Unternehmung des Langenschen Verlages, die, ohne sich als eine eigentliche Gesamtausgabe zu charakterisieren, Dichtung an Dichtung, Buch an Buch in Einzelbänden reiht. Der von Björnson befürwortete Gesichtspunkt war: in eine Volksausgabe aus dem gewaltigen Korpus seiner literarischen Wirksamkeit das aufzunehmen, was im künstlerischen und geistigen Dasein seiner Nation wie der modernen Völker überhaupt Epoche gemacht hat, mit besonderer Berücksichtigung der Arbeiten, die in seinem eigenen Leben Epoche machten, d.h. als Dokumente seiner menschlichen und dichterischen Entwicklung gelten können. Ein zwiefacher Maßstab also: der kulturgeschichtliche und der autobiographische. So ergaben sich auf natürliche Art drei Gruppen: die Sammlung der "Gedichte", die aus seinem Gesamtwirken geschöpften, unmittelbaren lyrischen Zeugnisse eines Persönlichkeitswachstums; die großen und kleinen Erzählungen, sowie die beiden weltumspannenden Romane; zehn Schauspiele, die als die wichtigsten Leistungen sowohl seiner romantisch-nationalen Dichtung als auch seiner Gesellschaftsdramatik gelten können: sie füllen zwei Bände aus, während die Gedichte und Prosastücke in drei Bänden vereinigt werden. Innerhalb dieser einzelnen Abteilungen herrscht eine chronologische Ordnung, die nur einmal unterbrochen wird, um den dritten Band, durch die Verkoppelung der voluminösen Romane, zum Schaden des stofflichen Gleichgewichts, nicht allzusehr anschwellen zu lassen.

Die künstlerische Aufgabe, die dieses Werk darbot, hätte ohne das verständnisvolle Entgegenkommen des Verlages A. Langen kaum erfüllt werden können; wir schulden seinen Vertretern nicht geringen Dank: sie haben uns alles zur Verfügung gestellt, was den Wert und die Fülle dieser Ausgabe steigern konnte. Die Texte selbst waren den Grundsätzen der Interpretation unterworfen, die das Ibsenwerk als Maßstab gesetzt hat: einen ebenso formkräftigen, wie sprachlich reinen und alles Charakteristische treu und doch frei wiedergebenden deutschen Ausdruck anzustreben. Ob dies Ziel erreicht ist, unterliegt nicht unserer Entscheidung. Die "Gedichte" gingen ohne wesentliche Änderungen aus der Langenschen Sammlung in unsere Ausgabe über, nur mit dem Unterschied, daß einerseits eine, übrigens kurze Reihe von Poesien ausgelassen ist, die in engstem Sinne "Gelegenheitsdichtungen" sind, und andrerseits--um doppelten Abdruck zu vermeiden--28 Lieder in der Sammlung selbst unterdrückt wurden, weil sie später in den Prosastücken und Dramen als lyrische Intermezzi wiederkehren: nach dem übersichtlichen Tableau des Inhaltsverzeichnisses zum ersten Bande sind sie unschwer aufzufinden.

Als maßgebender Originaltext wurde die elfbändige Volksausgabe "Samlede Vaerker" (Kopenhagen, Gyldendal) bestimmt. Die Übersetzungen der Prosawerke sind durch eine grundlegende Revision und vielfache stilistische Umformung der älteren Ausgaben entstanden; hier ist, unter der rührigen Mitwirkung von Elsa Glawe, Gertrud J. Klett und Max Bamberger eine Arbeit geleistet worden, die als neu und selbständig anzusprechen ist. Damit wird das Verdienst zumal Cläre Mjöens, unserer lyrischen Mitarbeiterin, die besonders für die vier reichen Bände der "Gesammelten Erzählungen" auf der ersten Etappe der deutschen Björnsonpropaganda Wesentliches geleistet hat, durchaus nicht beeinträchtigt. Von besonderer Bedeutung wurde es für die Neugestaltung der Texte, daß Ludwig Fulda seine feine und starke Verskunst in den Dienst unserer Sache stellte. Von ihm stammen die lyrischen Nachdichtungen in den Erzählungen "Arne" und "Das Fischermädel", soweit die Fassungen nicht durch die Sammlung der "Gedichte" vorgeschrieben waren. Er hat hier und in vielen anderen Winkeln unseres verzweigten Baus ein Interesse bezeugt, so hilfreich und tatkräftig, daß wir uns ihm zu dauernder Dankbarkeit verpflichtet fühlen.

Von Ludwig Fulda stammt ebenfalls die deutsche Form der lyrischen Zwischenspiele und eingestreuten Lieder im Drama "Der König", während man Roman Woerner für die nachschaffende Übertragung des Versstücks "Sigurds erste Flucht" ("Sigurd Slembe", 1. Teil) verbunden ist.

Die neue und von allen Vorbildern unabhängige Übersetzung der zehn Prosadramen hat sich der Herausgeber allein vorbehalten. Er trägt auch die zusammenfassende Studie über Björnson--das Werk und den Menschen--bei, die im fünften Bande die Ausgabe abschließt.

Die "Gesammelten Werke" Björnsons sollen nicht in die Welt ziehen, ohne daß in dankbarer Gesinnung der wertvollen Unterstützung gedacht wäre, mit der Halvdan Koht, Kr. Collin, W.P. Sommerfeldt, Max Bernstein, Max Dreyer und die Universitätsbibliothek zu Kristiania in so mancherlei Beziehungen das Werk gefördert haben. In der Frage des Korrekturlesens erwies sich, wie so oft schon, Theodor Poppe als tätiger Freund.

Berlin, 13. März 1911.

Julius Elias.

Und der kleine Nils Finn wollte flugs über Land; Doch sein Schneeschuh, der hielt nicht, so oft er ihn band. --"Das ist schlimm!" sagt' es drunten.

Nils stieß mit dem Fuße: "Wo bist du denn--du? Verdammter Kobold! nun laß mich in Ruh'!" --"Hi--ho--ha!" sagt' es drunten.

"Da siehst du ein Hexenstück!" schrie Nils und hob Seinen Stab und schlug in den Schnee, daß es stob. --"Hit--li--hu!" sagt' es drunten.

Ein Fuß stak im Schnee; mit kräftigem Zug Riß Nils daran, bis er hintüber schlug. --"Zieh doch fest!" sagt' es drunten.

Nils weinte und stampfte und stach und hieb-- Und sank immer tiefer, je toller er's trieb. --"Das ging gut!" sagt' es drunten.

Und die Birken, die tanzten, es bogen sich krumm Vor Lachen wohl hundert Tannen ringsum. --"So bekannt?!" sagt' es drunten.

Und es lachte der Berg, daß der Schnee nur so flog; Nils ballte die Faust und schwor, daß er log. --"Nun gib acht!" sagt' es drunten.

Und der Schneehang gähnte, der Himmel fiel ein; Nils dachte: nun schluckt er mich auch mit hinein. --"Ist er weg?" sagt' es drunten.

Zwei Schneeschuhe ragten und sahen umher, Aber sahen nicht viel; denn da war nichts mehr. --"Wo ist Nils?" sagt' es drunten.

Guten Morgen, Sonne in grünem Laub! Jugend strahlst du dem Schluchtengrunde, Lächeln seinem finstern Munde, Himmelsgold dem Allweltenstaub!

Guten Morgen, Sonne auf ragendem Schloß! Lockst seine Jungfraun aus den Hallen; Leuchtsternlein zünde den Herzen allen,-- Kläre das Leid, das der Nacht entsproß.

Guten Morgen, Sonne am Felsengrat! Licht gib den Fluren, soweit sie sich strecken; Laß deine Wärme sie baden, sich recken Dem Tage entgegen, der dort naht!

Eine Taube sah ich zittern In eines Sturmwirbels Toben; Sie ward von Ungewittern Jäh über die Hochflut gehoben. Ich hörte sie nicht klagen, Nicht stöhnen und nicht flehen,-- Die Schwingen fühlt' sie versagen, Da mußte sie untergehen.

Es reckt sich ein Land in den ewigen Schnee, Von Sagen umrauscht wie vom Donner der See. Wohl trägt es dem Landmann nur kärglichen Lohn, Doch ist es geliebt, wie die Mutter vom Sohn.

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