Storieta
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About this book

Der Roman „Die Juden von Zirndorf“ von Jakob Wassermann ist ein historisch angelegter Roman, der im Schatten der Kriege des 17. Jahrhunderts in einer fränkischen Landschaft beginnt. Der Erzähler schildert, wie das Feldlager der Schweden das Land verwüstete, wie Bauern ihre Äcker mit Blut gedüngt sahen und wie ein von den Schweden errichteter Steinhaufen – ein Mahnmal jedes geplünderten Hauses – das Gedächtnis an das Leid bewahrt. Inmitten dieses Bildes entdeckt ein alter Jude eine entwendete jüdische Grabinschrift, deren fremde Lettern und unheilige Platzierung unter christlichen Steinen das Gespenst einer jahrhundertealten Feindschaft heraufbeschwören. Das Werk verwebt diese geschichtlichen Details mit einer Szene eines Festes, in dem ein rätselhafter Jude, ein Mädchen und ein Teufel aufeinandertreffen, und lässt so die Spannungen zwischen Erinnerung, Religion und Gewalt aufsteigen.

Der Stil ist von einer barocken, fast poetischen Sprache geprägt, die lange, bildhafte Sätze nutzt und das Geschehen mit einer fast theatralischen Dramatik versieht. Die Erzählstimme bleibt distanziert, doch die detailreiche Schilderung von Landschaft, Ritualen und religiöser Rhetorik erzeugt ein intensives Bild der Zeit. Leserinnen und Leser, die sich für das kulturelle Spannungsfeld zwischen Christen und Juden im Frühen Neuzeitlichen Deutschland interessieren, sowie für historisch fundierte, aber zugleich mythisch aufgeladene Literatur, werden an diesem Roman Gefallen finden. Besonders Liebhaber von Historienromanen, die komplexe religiöse Konflikte und atmosphärische Beschreibungen schätzen, können hier ein eindringliches Leseerlebnis erwarten.

Opening lines

Aber in jenem stillen Winkel zwischen den beiden Strömen haben die Kriege des siebzehnten Säkulums dem natürlichen Schmuck des Bodens gar sehr Abbruch gethan. In den dreißiger Jahren befand sich hier das große Lager der Schweden, und der geängstigte Bauer fand seine guten Äcker mit Blut gedüngt. Schnellfüßig hastete der Kriegsschrecken durch Franken und die kurfürstlich Onolzbachischen und die Nürnbergischen sahen sich gleicherweise gedrängt, Mut und Gottvertrauen nicht fahren zu lassen. Lange Jahre gingen hin, bis die zertretenen Felder wieder zu ihrer natürlichen Fruchtbarkeit erwuchsen, und selbst nach dem Friedensschluß lag noch manches Stück Land verödet. Überall zeigten sich Spuren frecher Feindeshände.

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