Public-domain ebook
Frau Pauline Brater: Lebensbild einer deutschen Frau
by Agnes Sapper
Language: de5,243 downloads on Project Gutenberg
Subjects
In: DE Prosa·Biographies·German Literature
Public-domain ebook sourced from Project Gutenberg #23134.
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by Agnes Sapper
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In: DE Prosa·Biographies·German Literature
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Dieses Werk ist eine biografische Darstellung von Pauline Brater, einer deutschen Frau, deren Leben von der Autorin Agnes Sapper anhand von Briefen, Familienchroniken und zeitgenössischen Quellen rekonstruiert wird. Der Text eröffnet mit einer Reflexion über die Schwierigkeit, das Wesen einer Person zu erfassen, die nie öffentlich auftrat, und erklärt zugleich, dass ihr Einfluss – Klarheit, Erheiterung, Aufrütteln – über Generationen hinweg spürbar bleibt. Das Vorwort führt weiter zum Bild ihres Ehemannes Karl Brater, einem Verfechter der deutschen Einheit, und legt damit den Rahmen für die nachfolgenden drei Teile, die von ihren Kindheitsjahren über Ehe und Mutterschaft bis hin zu ihrem Witwenleben reichen. Die detaillierte Gliederung und die umfangreichen Kapitel verdeutlichen, dass das Buch sowohl familiäre als auch gesellschaftliche Entwicklungen des 19. Jahrhunderts beleuchtet.
Der Stil ist sachlich‑erzählend, geprägt von einer gehobenen, leicht poetischen Sprache, die typisch für die späte Gründerzeit ist. Die Autorin verwendet ein distanziertes, aber einfühlsames Erzählen, das historische Fakten mit persönlichen Eindrücken verknüpft. Leserinnen und Leser, die Interesse an Frauenbiografien, an der Sozialgeschichte des deutschen Bürgertums oder an der Kulturgeschichte der Wissenschaft und Literatur des 1800er‑Jahre haben, werden dieses Buch ansprechen. Auch Liebhaberinnen historischer Familienporträts finden hier ein facettenreiches Bild einer Frau, deren Leben im Kontext bedeutender politischer und intellektueller Strömungen ihrer Zeit steht.
The opening · free to read
Diese so berechtigten Fragen haben mir viele Bedenken verursacht, denn sie müssen alle verneint werden. Frau Brater ist nie in die Öffentlichkeit getreten, sie war nichts weiter als eine deutsche Frau. Wer sie nicht persönlich kannte, weiß nichts von ihr. Aber das ist eben der Punkt: wer sie persönlich kannte, der hatte einen tiefen Eindruck von ihrer Eigenart, der empfing von ihr, was er gerade bedurfte; denn sie konnte vieles geben: Klarheit in schwierigen Lebensfragen, Erheiterung in bedrückter Stimmung, Aufrüttelung der Energielosigkeit, Wahrheit im Scheinwesen, Hinweisung zum Göttlichen.
Sollten von diesen vielseitigen Wirkungen nicht auch jetzt noch welche ausgehen, wenn wir im Geist mit dieser Frau verkehren? Gewiß, wenn es gelingen würde, ihr Leben und Wesen recht lebendig zu schildern, so müßten wir in dieser Darstellung etwas von dem Reiz empfinden, den ihr persönlicher Umgang gewährte.
Das ist der Gedanke, der mich trieb, ihr Lebensbild zu zeichnen. Und mit ihrem Bild zugleich wird ein anderes auftauchen, das Karl Braters, des edlen Vorkämpfers für die deutsche Einheit, von dem Professor Robert Piloty in einer eben erschienenen Schrift sagt: »Offenen und ehrlichen Kampf für Staat, Recht und Freiheit hat er zeitlebens geführt, sein Andenken wird stets verbunden sein mit den Erinnerungen an Bayerns schwerste Zeiten, in denen er mit energischem Willen und klarem Verstand auf der Seite der guten Sache beharrte und kämpfte.«
Wenn meine Feder nicht zu ungeschickt ist zu schildern, was mich selbst, während es an meinem Geist vorüberzog, tief bewegte, so könnte sich durch dieses Buch das Wort bewahrheiten, das nach Frau Braters Tod über sie gesprochen wurde: »An solchen geisteskräftigen Persönlichkeiten erhält das sittliche Streben neuen Schwung und Antrieb, sie wirken nach, auch wenn sie längst nicht mehr in unserer Mitte sind.«
Würzburg, im Sommer 1908.
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