
Public-domain ebook
Gedichte und Sprüche in Auswahl
Language: de455 downloads on Project Gutenberg
Subjects
In: DE Sachbuch·Poetry·Classics of Literature
Public-domain ebook sourced from Project Gutenberg #35795.

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The opening · free to read
Sô die bluomen ûz dem grase dringent, same sie lachen gegen der spileden sunnen, in einem meien an dem morgen fruo, und diu kleinen vogellîn wol singent in ir besten wîse die sie kunnen, waz wünne mac sich dâ genôzen zuo? ez ist wol halb ein himelrîche. suln wir sprechen, waz sich deme gelîche, sô sage ich, waz mir dicke baz in mînen ougen hât getân und tæte ouch noch, gesæhe ich daz.
Swâ ein edeliu schoene frouwe reine wol gekleidet unde wol gebunden durch kurzewîle zuo vil liuten gât, hovelîchen hôchgemuot, niht eine, umbe sehende ein wênic under stunden: alsam der sunne gegen den sternen stât: der meie bringe uns al sîn wunder, waz ist dâ sô wünneclîches under als ir vil minneclîcher lîp? wir lâzen alle bluomen stân und kapfen an daz werde wîp.
Nû wol dan, welt ir die wârheit schouwen, gên wir zuo des meien hôchgezîte! der ist mit aller sîner krefte komen. seht an in und seht an werde frouwen, wederez daz ander überstrîte, daz bezzer spil ob ich daz habe genomen. ôwê der mich dâ welen hieze, deich daz eine durch daz ander lieze, wie rehte schiere ich danne küre! hêr Meie, ir müeset merze sîn, ê ich mîne frouwen dâ verlüre.
«Nemt, frouwe, disen kranz,» alsô sprach ich z'einer wol getânen maget: «sô zieret ir den tanz mit den schoenen bluomen, als ir s' ûfe traget hæt' ich vil edele gesteine, daz mües' ûf iur houbet, obe ir mir's geloubet: sêt mîne triuwe, daz ich'z meine.
Ir sît sô wol getân, daz ich iu mîn schapel gerne geben wil, daz beste daz ich hân. wîzer unde rôter bluomen weiz ich vil, die stênt sô verre in jener heide: dâ sie schône enspringent und die vogele singent, dâ sule wir sie brechen beide.»
Si nam daz ich ir bôt einem kinde vil gelîch, daz êre hât: ir wangen wurden rôt same diu rôse, dâ si bî der liljen stât. do erschamten sich ir liehtiu ougen, doch neic si mir schône. daz wart mir ze lône: wart mir's iht mêr, daz trage ich tougen.
Mich dûhte daz mir nie lieber wurde danne mir ze muote was: die bluomen vielen ie von den boumen bî uns nider an daz gras. seht, dô muost' ich von freuden lachen. do ich sô wünneclîche was in troume rîche: dô tagete ez und muose ich wachen.
Mir ist von ir geschehen daz ich disen sumer allen meiden muoz vast' under d'ougen sehen: lîhte wirt mir eniu, so ist mir sorgen buoz. waz obe si gêt an disem tanze? frouwe, durch iur güete rucket ûf die hüete: ôwê, gesæhe ich s' under kranze!
Wol mich der stunde, daz ich sie erkande, diu mir den lîp und den muot hât betwungen, sît deich die sinne sô gar an sie wande, der sie mich hât mit ir güete verdrungen! daz ich gescheiden von ir niht enkan, daz hât ir schoene und ir güete gemachet und ir rôter munt, der sô lieplîchen lachet.
Ich hân den muot und die sinne gewendet an die vil reinen, die lieben, die guoten: daz müez' uns beiden wol werden volendet swes ich getar an ir hulde gemuoten. swaz ich ie freuden zer werlde gewan, daz hât ir schoene und ir güete gemachet und ir rôter munt, der sô lieplîchen lachet.
«Under der linden an der heide, dâ unser zweier bette was, dâ muget ir vinden schône beide gebrochen bluomen unde gras. vor dem walde in einem tal, tandaradei! schône sanc diu nahtegal.
Ich kam gegangen zuo der ouwe: dô was mîn friedel komen ê. dâ wart ich enpfangen, hêre frouwe! daz ich bin sælic iemer mê. kuste er mich? wol tûsentstunt: tandaradei! sehet, wie rôt mir ist der munt.
Dô het er gemachet alsô rîche von bluomen eine bettestat. des wirt noch gelachet inneclîche, kumt iemen an daz selbe pfat. bî den rôsen er wol mac, tandaradei! merken wâ mir'z houbet lac.
Daz er bî mir læge, wesse ez iemen (nu enwelle got!), sô schamte ich mich. wes er mit mir pflæge, niemer niemen bevinde daz wan er und ich unde ein kleinez vogellîn: tandaradei! daz mac wol getriuwe sîn.»
Bin ich dir unmære, des enweiz ich niht: ich minne dich. einez ist mir swære: dû sihst bî mir hin und über mich. daz solt dû vermîden: i'ne mac niht erlîden solhe liebe ân' grôzen schaden. hilf mir tragen, ich hân ze vil geladen!
Sol daz sîn dîn huote, daz dîn ouge an mich sô selten siht? tuost dû mir'z ze guote, sône wîze ich dir dar umbe niht: sô mît mir daz houbet (daz sî dir erloubet) und sich nider an mînen fuoz, sô dû baz enmügest: daz sî dîn gruoz.
Swanne ich s' alle schouwe, die mir suln von schulden wol behagen, sô bist du'z mîn frouwe: daz mac ich wol âne rüemen sagen. edel unde rîche sint sie sumelîche, dar zuo tragent sie hôhen muot; lîhte sint sie bezzer, dû bist guot.
Frouwe, nû versinne dich, ob ich dir z'ihte mære sî. eines friundes minne diu ist niht, da ensî ein ander bî. minne entouc niht eine, si sol sîn gemeine, sô gemeine, daz si gê durch zwei herzen unde niwet mê.
Herzeliebez frouwelîn, dot gebe dir hiute und iemer guot! kunde ich baz gedenken dîn, des hæte ich willeclîchen muot. waz mac ich nû sagen mê, wan daz dir nieman holder ist? ôwê, dâ von ist mir vil wê.
Sie verwîzent mir daz ich sô nidere wende mînen sanc. daz sie niht versinnent sich waz liebe sî, des haben undanc! sie getraf diu liebe nie, die dâ nâch guote und nâch der schoene minnent: wê, wie minnent die!
Bî der schoene ist dicke haz: zer schoene niemen sî ze gâch. liebe tuot dem herzen baz: der liebe gêt diu schoene nâch. liebe machet schoene wîp: des'n mac diu schoene niht getuon, sin' machet niemer lieben lîp.
Ich vertrage als ich vertruoc und als ich iemer wil vertragen: dû bist schoene und hâst genuoc. waz mugen sie mir dâ von gesagen? swaz sie sagen, ich bin dir holt und nim dîn glesîn vingerlîn für einer küniginne golt.
Hâst dû triuwe und stætekeit, sô bin ich dîn ân' angest gar, daz mir iemer herzeleit mit dînem willen widervar. hâst ab dû der zweier niht, sô müezest dû mîn niemer werden: ôwê, obe daz geschiht!
Si wunderwol gemachet wîp, daz mir noch werde ir habedanc! ich setze ir minneclîchen lîp vil werde in mînen hôhen sanc. gern' ich in allen dienen sol: doch habe ich mir dise ûz erkorn. ein ander weiz die sînen wol: die lobe der âne mînen zorn, hab' ime wîs' unde wort mit mir gemeine: lobe ich hie, sô lobe er dort.
Ir houbet ist sô wünnenrîch, als ez mîn himel welle sîn. wem solde ez anders sîn gelîch? ez hât joch himeleschen schîn. dâ liuhtent zwêne sternen abe: dâ müeze ich mich noch inne ersehen, daz si mir s' alsô nâhen habe! sô mac ein wunder wol geschehen: ich junge, und tuot si daz, und wirt mir gernden siechen seneder sühte baz.
Got hâte ir wengel hôhen flîz: er streich sô tiure varwe dar, sô reine rôt, sô reine wîz, hie roeseloht, dort liljenvar. ob ich'z vor sünden tar gesagen, sô sæhe ich s' iemer gerner an dan himel oder himelwagen. ôwê, waz lobe ich tumber man? mach' ich mir sie ze hêr, vil lîhte wirt mîns mundes lop mîns herzen sêr.
Si hât ein küssen, daz ist rôt: gewunne ich daz für mînen munt, sô stüende ich ûf ûz dirre nôt und wære ouch iemer mê gesunt. dem si daz an sîn wengel leget, der wonet dâ gerne nâhe bî: ez smecket, sô man'z iender reget, alsam ez allez balsme sî. daz sol sie lîhen mir: sô dicke sô si'z wider wil, sô gibe ich'z ir.
Ir kel, ir hende, ietweder fuoz, daz ist ze wunsche wol getân. ob ich da enzwischen loben muoz, sô wæne ich mê beschouwet hân: ich hæte ungerne «decke blôz!» gerüefet, do ich sie nacket sach. sie sach mîn niht, dô si mich schôz: daz stichet noch als ez dô stach. ich lobe die reinen stat, dâ diu vil minneclîche ûz einem bade trat.
Wil ab iemen wesen frô, daz wir iemer in den sorgen iht enleben? wê wie tuont die jungen sô, die von freuden solten in den lüften sweben? i'n weiz anders weme ich'z wîzen sol, wan den rîchen wîze ich'z und den jungen. die sint unbetwungen: des stât in trûren übel und stüende in freude wol.
Wie frô Sælde kleiden kan, daz si mir gît kumber unde hôhen muot! sô gît s' einem rîchen man ungemüete: ôwê, waz sol dem selben guot? mîn frou Sælde, wie si mîn vergaz, daz si mir sîn guot ze mînem muote nien' schriet, si vil guote! mîn kumber stüende im dort bî sînen sorgen baz.
Swer verholne sorge trage, der gedenke an guotiu wîp -- er wirt erlôst -- und gedenke an liehte tage: die gedanke wâren ie mîn bester trôst. gegen den vinstern tagen hân ich nôt, wan daz ich mich rihte nâch der heide, diu sich schamt ir leide: sô si den walt siht gruonen, sô wirt s' iemer rôt.
Frouwe, als ich gedenke an dich, waz dîn reiner lîp erwelter tugende pfliget, sô lâ stân! dû rüerest mich mitten an daz herze, dâ diu liebe liget. liep und lieber des enmeine ich niht, dû bist aller liebest, daz ich meine: dû bist mir alleine vor al der werlte, frouwe, swaz sô mir geschiht.
In einen zwîvellîchen wân was ich gesezzen und gedâhte, ich wolte von ir dienste gân, wan daz ein trôst mich wider brâhte. trôst mag ez rehte niht geheizen, ouwê des! ez ist vil kûme ein kleinez troestelîn, sô kleine, swenne ich'z iu gesage, ir spottet mîn; doch fröwet sich lützel ieman, er enwizze wes.
Mich hât ein halm gemachet frô: er giht, ich sül genâde vinden. ich maz daz selbe kleine strô, als ich hie vor gesach von kinden. nû hoeret unde merket, ob si'z denne tuo: «si tuot, si entuot, si tuot, si entuot, si tuot.» swie dicke ich'z tete, sô was ie daz ende guot. daz troestet mich: dâ hoeret ouch geloube zuo.
Swie liep si mir von herzen sî, sô mac ich doch vil wol erlîden, daz ich ir sî zem besten bî. ich darf ir werben dar niht nîden: i'n mac, als ich erkenne, des gelouben niht, daz s' ieman sanfte in zwîvel bringen müge. mir'st liep, daz die getrogenen wizzen, waz sie trüge, wan alze lanc daz s' iemer rüemic man gesiht.
Aller werdekeit ein füegerinne daz sît ir zewâre, frouwe Mâze. er sælic man, der iuwer lêre hât! der endarf sich iuwer niender inne weder ze hove schamen noch an der strâze. durch daz sô suoche ich, frouwe, iuwern rât, daz ir mich ebene werben lêret. wirbe ich nidere, wirbe ich hôhe, ich bin versêret. ich was vil nâch ze nidere tôt, nû bin ich aber ze hôhe siech: Unmâze, ir lât mich âne nôt!
Nideriu minne heizet, diu so swachet daz der lîp nâch kranker liebe ringet: diu minne tuot unlobelîche wê. hôhiu minne heizet, diu daz machet daz der muot nâch werder liebe ûf swinget: diu winket mir nû, daz ich mit ir gê. nu'n weiz ich, wes diu Mâze beitet. kumet herzeliebe, sô bin ich verleitet: mîn ougen hânt ein wîp ersehen, swie minneclich ir rede sî, mir mac wol schade von ir geschehen.
Ein niuwer sumer, ein niuwe zît, ein guot gedinge, ein lieber wân, diu liebent mir enwiderstrît, daz ich noch trôst ze freuden hân, noch fröwet mich ein anderz baz dan aller vogellîne sanc: swâ man noch wîbes güete maz, dâ wart im ie der habedanc. daz meine ich an die frouwen mîn: dâ muoz noch mêre trôstes sîn. s'ist schoener danne ein schoene wîp: die schoene machet lieber lîp.
Ich weiz wol, daz diu liebe mac ein schoenewîp gemachen wol: iedoch swelch wîp ie tugende pflac, daz ist diu, der man wünschen sol. diu liebe stêt der schoene bî baz dan gesteine dem golde tuot: nû jehet, waz danne bezzer sî, hânt disiu beide rehten muot? sie hoehent mannes werdekeit: swer ouch die süezen arebeit durch sie ze rehte kan getragen, der mac von herzeliebe sagen.
Der blic gefröwet ein herze gar, den minneclîche ein wîp an siht: wie welt ir danne, daz der var, dem ander liep von in geschiht? der ist eht maneger freuden rîch, sô jenes freude gar zergât. waz ist den freuden ouch gelîch, dâ liebez herze in triuwen stât, in schoene, in kiusche, in reinen siten? swelch sælic man daz hât erstriten, ob er daz vor den fremden lobet, sô wizzet, daz er niht entobet.
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