Storieta
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About this book

Der Text ist ein barocker Sammelband, der sich mit erotischen Themen, ungewöhnlichen Sexualpraktiken und den Sitten vergangener Jahrhunderte auseinandersetzt. Gleich zu Beginn schildert der Autor die mühsame Wiederherstellung einer in vulkanischer Asche versiegelten Handschrift aus Herculaneum, wobei er die kunstvolle, fast schon ritualisierte Arbeit der ungarischen Mineralogen beschreibt. Anschließend führt er den Leser durch ein Labyrinth aus mythologischen Anspielungen, astronomischen Beschreibungen des Saturnrings und einer Reihe von Fußnoten, die akademische Namenlisten und theologische Exkurse enthalten. Der Prolog legt damit den Grundstein für ein Werk, das sowohl wissenschaftliche Neugier als auch erotische Neigungen anspricht und dabei die Grenzen zwischen Wissensgeschichte und sinnlicher Fantasie verwischt.

Der Stil ist von einer überbordenden, detailverliebten Rhetorik des 18. Jahrhunderts geprägt, die mit langen, verschachtelten Sätzen und zahlreichen Anmerkungen jongliert. Die Sprache ist gehoben, voller lateinischer und griechischer Referenzen, und vermittelt das Flair einer Zeit, in der Aufklärung und Ausschweifung nebeneinander existierten. Leserinnen und Leser, die Freude an historisch‑wissenschaftlichen Texten mit einer provokanten, erotisch‑philosophischen Note haben, sowie Liebhaber barocker Prosa, werden an diesem Werk Gefallen finden.

The opening · free to read

Anagogie

Bekanntlich[A] haben unter den zahllosen Ausgrabungen der Altertümer von Herkulanum die Handschriften die Geduld und den Scharfsinn der Künstler und Gelehrten erschöpft. Die Schwierigkeit besteht in dem Aufrollen der seit zweitausend Jahren durch die Lava des Vesuvs halbvernichteten Schriften. Sowie man sie berührt, zerfällt alles in Staub.

Indessen haben ungarische Mineralogen, die geduldiger und gewandter als die Italiener sind, Vorteile aus den Erzeugnissen, die der Mutterschoß der Erde darbietet, zu ziehen, der Königin von Neapel ihre Dienste angeboten. Die Fürstin, eine Freundin aller Künste, die den Wetteifer geschickt anzufeuern versteht, hat die Künstler liebenswürdig aufgenommen: sie aber stürzten sich auf diese unsäglich schwierige Arbeit.

Zuerst kleben sie eine dünne Leinwand über eine dieser Rollen; wenn das Leinen trocken ist, hängt man es auf und legt gleichzeitig die Rolle auf einen beweglichen Rahmen, um ihn unmerklich zu senken, je nachdem die Abwicklung vor sich geht. Um sie zu erleichtern, streicht man mit einem Federbart einen Faden Gummiwassers auf die Rolle, und allmählich lösen sich Teile davon ab, um sich unverzüglich auf die ausgespannte Leinewand zu leimen.

[Fußnote A: Der Titel dieses Buchs wird nicht allen Lesern verständlich sein und manche werden keinen Zusammenhang zwischen ihm und dem Stoff finden. Nichtsdestoweniger würde ein anderer nicht zu ihm passen; und wenn wir ihn griechisch gelassen haben, wird man den Grund dazu leicht verstehen.]

Diese mühselige Arbeit nimmt soviel Zeit in Anspruch, daß man im Laufe eines Jahres kaum einige Blätter abrollen kann. Die Unannehmlichkeit, nur allzu oft Handschriften zu finden, die nichts enthalten, hätte auf dieses schwierige und mühselige Unternehmen verzichten lassen, wenn so viele Anstrengungen nicht schließlich durch die Entdeckung eines Werkes belohnt worden wären, das bald den Scharfsinn von einhundertfünfzig Akademien Italiens herausgefordert hat[A].

[Fußnote A: Deren Namen zum mindesten seltsam sind. Akademien in Bologna: Abbandonati, Ansiosi, Ociosi, Arcadi, Confusi, Difettuosi, Dubbiosi, Impatienti, Inabili, Indifferenti, Indomiti, Inquieti, Istabili, Della Notte, Piacere, Sienti, Sonnolenti, Torbidi, Verpentini.

In Genua: Accordati, Sopiti, Resvegliati.

In Gubio: Addormentati.

In Venedig: Acuti, Allettati, Discordanti, Disgiunti, Disingannati, Dodonci, Filadelfici, Incruscabili, Instancabili.

In Rimini: Adagiati, Entrupelli.

In Pavia: Affidati, Della Chevia.

In Fermo: Raffrontati.

In Molisa: Agiati.

In Florenz: Alterati, Humidi, Furfurati, Della Crusca, Del Cimento, Infocati.

In Cremona: Animosi.

In Neapel: Arditi, Infernati, Intronati, Lunatici, Secreti, Sirenes, Sicuri, Volanti.

In Ancona: Argonauti, Caliginosi.

In Urbino: Assorditi.

In Perugia: Atomi, Eccentrici, Insentati, Insipidi, Unisoni.

In Tarent: Audaci.

In Macerata: Catenati, Imperfetti, Chimerici.

In Siena: Cortesi, Giovali, Prapussati.

In Rom: Delfici, Humoristi, Lincai, Fantastici, Negletti, Illuminati, Incitati, Indispositi, Infecondi, Melancholici, Notti, Vaticane, Notturi, Ombrosi, Pellegrini, Sterili, Vigilanti.

In Padua: Delii, Immaturi, Orditi.

In Drepano: Difficilli.

In Brescia: Dispersi, Erranti.

In Modena: Dissonanti.

In Syrakus: Ebrii.

In Mailand: Cliconii, Faticosi, Fenici, Incerti, Miscosti.

In Recannati: Disuguali.

In Candia: Extravaganti.

In Pezzaro: Eterocliti.

In Commachio: Flattuanti.

In Arezzo: Forzati.

In Turin: Fulminales.

In Reggio: Fumosi, Muti.

In Cortone: Incogniti.

In Rossano: Incuriosi.

In Brada: Innominati, Tigri.

In Acis: Intricati.

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