
Public-domain ebook
Reise durch den Stillen Ozean
by Max Buchner
Language: de504 downloads on Project Gutenberg
Subjects
In: Adventure·Travel Writing·German Literature
Public-domain ebook sourced from Project Gutenberg #48488.

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by Max Buchner
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In: Adventure·Travel Writing·German Literature
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The opening · free to read
Um das Kap herum. Segeln vor dem Sturm. Die Crozet Islands. Unsere Typhusepidemie steigt. Gedrückte Stimmung. Zur Naturgeschichte der Seeleute. Albatrosse und sonstige Vögel. Ventilationseigenthümlichkeiten.
V. Ankunft in Neuseeland und Quarantäne 68
Zum ersten mal Grund. Neuseeland erscheint. Die ersten Zeitungen. Ankunft des Lootsen. Der Anker fällt. Pulverunglück. Die Hafenbehörde. Sturm und Landungsschwierigkeiten. Bewegtes Dasein. Aufruhr der Elemente und der Menschen. Mitternächtige Todtenbestattung. Ruhigere Zeit. Die idyllische Insel. Ueberall »Billig und schlecht«. Zoologisches. Endlich frei.
Erste Eindrücke. Lage der Stadt. Sehenswürdigkeiten. Das Museum, der botanische Garten, das Athenäum, der Gerichtshof. Allgemeines über Neuseeland. Der Königin Geburtstag. Die Maoris. Mortalität auf Auswanderersegelschiffen.
Ein Neuseeländischer Urwald. Die Post und ihre Gefahren. Pahantanui, Otaki und Foxton. Neuseeländische Eisenbahngemüthlichkeit und ein eisenbahnfiebriger Maori. Die Manuwatu Gorge und der Seventy Miles Busch. Palmerston, Waipakarao und Waipawa. Die Repudiation Office von Te Aute. Ein Tag in Napier. Farnhügellandschaft. Tarawera und seine Soldateska. Kaliban in der Wildniss. Opipi. Ein Tag in Tapuacharuru. Mister Jack the Guide of Taupo. Nächtlicher Skandal.
Die heissen Quellen und ihre Verwendung. Ein Badeort in des Wortes verwegenster Bedeutung. Legende von der schönen Hinemoa. Maorialterthümer. Ausflug nach Wakarewarewa. Das Labyrinth der Schmutzvulkane. Die Geyser. Der missglückte Haka. Ein interessantes liederliches Kleeblatt. Ausflug nach Rotomahana. Wairoa und seine internationalen Wegelagerer. Stürmische Kanuufahrt über den Tarawera. Streitigkeiten mit den Maoris. Ueberall kocht das Verderben. Ungemüthliche Nacht. Tetarata und Otukapuarangi. Mister Davis und seine Singschule.
Abschied. Pokohorungi und der Oropibusch. Maoriskulpturen. Eine misstrauische Waldfamilie. Der Sergeant Apro Pioaro und seine Gattin Mangorewa. Tauranga. Reges Leben und Nasendrücken. Abermals ein Stück Neuseeländischer Bummelei. Der Dampfer Rowena. Mercury. Ankunft in Auckland.
Sehenswürdigkeiten. Das Northshore. Die Regenzeit hält ihren Einzug. Fahrt nach den Thames Goldfields. Goldgewinnungsprozess. Die Minen und der Schacht der United Pumping Association. Stürmische Rückkehr. Zwei vornehme Maoridamen vom Lande. Auf den Mount Eden. Die King Country und die Abolitionists. Reiseprojekte.
Die Pacific Mail. Auf der City of San Francisco eingeschifft. Beschreibung des Dampfers und seiner Attribute. Aeusserer Glanz und innere Dürftigkeit. Die chinesischen Mahlzeiten. Gang der Reise und Wetter. Der vierte Juli. Reiseplanzweifel.
Allgemeines über Viti. Ankunft in Kandavu. Herrn Kleinschmidt kennen gelernt. Gepäckschwierigkeiten. Meine ersten echten Wilden. Das Hotel von Wailevu und seine Eigenthümlichkeiten. Drei junge Flibustier mit trüben Aussichten. Eine interessante Tischgesellschaft. Besuch beim Doktor. Kawa-Gelage. Zauberhafte Tropennacht.
Der Isthmus Yarambali. Das Sonntagspublikum von Namalatta. Bootfahrt an der Nordseite Kandavus entlang. Gavatina, unser idyllisches Thal. Niketi und Ruma. Besuche der Wilden. Der Tui und die Marama. Ethnologisches. Der Busch, seine Mühen und seine Thierwelt. Kanuubau hoch oben auf dem Berge. Riffleben und Fischfang. Spaziergang nach Sanima. Tapa-Bereitung. Doktor Hink und seine Kopra-Projekte. Gottesdienst in Sanima. Das Missionswesen auf den Inseln. Kehrseiten der Tropenpracht. Klimatisches und Kulinarisches. Die Kokospalme und ihre Anwendungen. Enge Verhältnisse.
Begegnung mit dem Tui. Ein Mangrovesumpf und seine Freuden. Tauben und Mimosen. Nachtlager in Wunokene. Fliegende Hunde. Rabuelu. Entzückende Rundsichten. Taropflanzungen. Kawa-Gelage in Soso. Nachtlager in Go Kandavu. Ein Meke Meke. Ankunft bei Charly. Rasch ab nach Wailevu. Ungemüthliche Bootfahrt. Heimkehr.
Landung in Dangai. Mandrai und Arrowroot. Improvisirte Naturalienhändler. Ausflug nach Dalingele. Tonganer. Festessen und Kawa-Gelage. Ein schwindsüchtiger Häuptling. Die heissen Quellen. Unfall und Nothzucht. Mühseligkeiten des Bukelevu. Hungersnoth und Kälte. Abstieg. Schneckenfrühstück in Lomadsche. Sonntagstoilette der Insulanerinnen.
Mit dem Kutter nach Namalatta. Ein kleiner Albino. Festgäste von Tavuki. Wieder im Hotel zu Wailevu. Packerei und Einkäufe. Der Regierungshäuptling. Ankunft der Zealandia und Gerichtsverhandlung. Das Inselchen Angaloa.
Gang der Reise. Abermals die schmähliche Knauserei der Pacific Mail Steam Shipping Company. Der Obersteward und sein Servirreglement. Die Aequatorkalmen. Die Passagiergesellschaft. Ausflüsse der Langweile. Zwei Bonzen englischer Rasse.
Ankunft. Wieder der Reverend Mister Shark. Erste Eindrücke von Honolulu. Geschichtliches, Ethnologisches und Erotisches. Sehenswürdigkeiten. Die Regierung, das Parlament, das Militär. Amerikanerthum und Deutschthum. Die Chinesen. Klima und Sanität. Die Leprosen. Der Fischmarkt. Die Umgebung. Ritt nach dem Pali.
Ihre Königliche Hoheit Ruth Keelikolani. Morgentoilette der Reisegesellschaft. Lahaina und Kawaihae. Das Hotel zu Hilo. Unser Vergnügungskommissär Hapai. Brandungschwimmen. Die höhere weibliche Schuljugend im Bade. Hula Hula und Konzert. Der Rainbow Fall.
Wilder Ausritt. Das Halfway House zu Olaa. Der Krater thut sich auf. Das Volcano Hotel und seine Vorzüge. Besuch des kochenden Lavakessels. Mondschein und Hölle. Beschwerlicher Abstieg nach Puna. Erstarrte Lavaströme und eingestürzte Lavadome. Kapitän Eldart und sein Gehöft Kapoho. Die warmen Quellen. Awa und Brotfrucht. Glücklich wieder in Hilo.
Eine seltsame Todtenfeier. Kapitän Spencer und seine Zuckersiederei. Der Kilanea kommt nicht. Ein Hawaiisches Souper und Abschied von Hilo. Nächtliche Bootfahrt nach Kohala. Konflikt mit dem Sabath und abermals fort. Landung auf Maui. Ein interessanter Mann der Presse. Der Bäcker von Lahaina. Stürmisches Wetter. Endlich in Honolulu.
Das Walboot und der Stadtklatsch der Honoluluianer. Audienz beim König. Festliche Zurüstungen. Bad im Kapena. Tanzvergnügen. Der Deutsch-englische Klub. Besuch verschiedener Kirchen. Die Missionäre.
XXIII. Von Honolulu nach San Francisco 400
Abschied von den glücklichen Inseln. Die Zealandia und ihre Gesellschaft. Unsere schöne Helena, der alte Schiffsdoktor und eine interessante Geschäftsreisende. Langweile und Kriegsgerüchte. Ankunft des Lootsen. Das Goldene Thor.
Allgemeiner Charakter der Stadt. Die Chinesen und ihr Viertel. Chinesische Hurenhäuser, Opiumbuden und Spielhöllen. Das Yu Henn Choy Theater und das Dschosshaus. Chinesische Dramaturgie. Sabathschänderisches Getriebe der San Franciscaner. Sonstige Sehenswürdigkeiten. Woodwards Garden. Ein gefährlicher Sonntagsspaziergang. Das Cliff House und seine zoologischen Genüsse. Ground Squirrels.
XXV. Von San Francisco nach Salt Lake City 429
Auf der Pacific Bahn. Die Sierra Nevada. Ein phänomenales landschaftliches Scheusal und ein überschwengliches Guidebook. Indianer. Die Mormonenstadt, das Tabernakel und das Mormonenthum. Eine Versammlung der Heiligen des jüngsten Tages. Ausflug nach Lake Point und Bad in dem grossen Salzsee. Camp Douglas.
XXVI. Von Salt Lake City nach New York 448
Frömmigkeit und Prellerei. Emigrantenzüge. Die Prairien. Omaha. Eine unangenehme Nacht. Präsidentenwahl zum Zeitvertreib. Niagara Fall und Stadt. Das Amerikanische und das Kanadische Ufer. Praktischer Sinn der Niagarenser. Herbstliche Färbung.
Die Centennial Exhibition in Philadelphia. Abschied von New York. Ankunft in England und Landung In Liverpool. Sonntagsöde. Auffahrt des Mayors. Ueber London nach Hamburg.
I.
AUSFAHRT.
Einschiffung und Abschied. Die Elbe hinab. Zänkereien und trübe Auspizien. Gefahr einer Kollision. Sturm und Orkan. Todesangst im Zwischendeck. Alles kaput geschlagen. Hannes, der seekranke Kajütsjunge. Gefahr zu scheitern. Der Nordsee glücklich entronnen.
Aus Reiselust war ich Schiffsarzt geworden. Der Drang in die Ferne hatte mich veranlasst, auf Postdampfern siebenmal zwischen Europa und Amerika hin und her zu fahren. Derselbe Drang hatte mich in die emporkeimende deutsche Marine getrieben, von dieser jedoch mir nur die ganze Misere eines anderthalbjährigen Aufenthalts in jenem traurigsten Erdenwinkel, so Jadegebiet heisst, und die Freuden und Leiden eines dreimonatlichen Uebungsgeschwaders zu Theil werden lassen.
Ich konnte allerdings gewiss sein, mit meinen Seereisen manchem Binnenländer, der Zeit seines Lebens von einer Spritztour nach Helgoland bramarbasirt, imponiren zu können, ich war aber noch nicht befriedigt und verlangte nach mehr.
Es gereichte mir somit zur grössten Freude, als sich Gelegenheit bot, auf einem Segelschiff mit Auswanderern nach Neuseeland zu gehen. Viele meiner Freunde erschraken zwar vor dem Wort Segelschiff, in welchem sich ihnen nicht ganz unrichtig der Inbegriff von Widerwärtigkeiten und Lebensgefahren, von Seemannsrohheit und Passagiergesindel, von Zwieback und Salzfleisch konzentrirte. Mir war es jedoch gerade darum zu thun, einmal eine richtige Reise übers Meer zu unternehmen, nur den Winden als fortbewegenden Kräften mich anvertrauend, und ohne das lästige Gepolter der Dampfmaschinen von schwellenden Segeln gezogen dahin zu schweben.
Am Morgen eines 15. Novembers bestieg ich zu Hamburg die Euphrosyne, ein grosses und schweres Vollschiff von über 1000 Registertonnen. Nachmittags kamen die 397 Passagiere an Bord, und in der Nacht sollten wir mit Eintritt des Hochwassers die Elbe hinabgehen.
Das ganze bunte Tohuwabohu des Einschiffungsprozesses von Auswanderern zog wieder an mir vorüber. Mächtige Kisten und Bündel von Bettzeug, Proviantmassen und klapperndes Blechgeschirr, schreiende Männer und kreischende Weiber, ungezogene Jungen und winselnde Säuglinge füllten das mit herbstlichem Strassenschmutz überzogene Deck. Unter dem unerlässlichen heulenden Gesang der Matrosen, auf den diese ungraziöse Menschensorte um so stolzer ist, je abscheulicher er klingt, flog das Gepäck hinab in den Lastraum, Befehle brüllende Offiziere und die Plätze vertheilende Agenten rannten hin und her. Takler arbeiteten noch eifrig in den Wanten und auf den Raaen an der Vollendung des Tauwerks, ein Brahm lag längsseits und pumpte geschäftig Wasser in die im Bauch des Schiffes ruhenden Wasserfässer.
Nachdem ich mich vorschriftsmässig überzeugt, dass keine Krankheiten eingeschmuggelt worden waren, eilte ich, diesem unerquicklichen Durcheinander zu entrinnen und flüchtete an Land, zum letzten mal für lange Zeit feste Erde zu treten, meine Freunde nochmal zu sehen und von ihnen Abschied zu nehmen. Erst spät kehrte ich an Bord zurück, wo mittlerweile eine wohlthätige Stille eingetreten war. Friedliche Schnarchtöne drangen durch die offenen Lucken des Zwischendecks herauf, und nur der schwere Tritt des wachehabenden Matrosen unterbrach störend die nächtliche Ruhe. Gott Morpheus umfing mich, und als ich erwachte, glitten wir, von einem kleinen vorgespannten Dampfer gezogen, die Elbe hinab.
Düstere graue Nebelmassen verhüllten die alte Hansestadt hinter uns und liessen kaum die Umrisse der Thürme erkennen, ein feiner Regen bedeckte die Landschaft und erleichterte nicht unwesentlich die Trennung von den auch bei schönerem Wetter nur bescheidenen Ansprüchen genügenden Ufern des Vaterlandes. Uebernächtige Gestalten trieben sich missmuthig und sehnsüchtig den Morgenkaffe erwartend auf dem nassen und schmutzigen Deck umher. Hinten auf der Kajüte stand der Lootse, griesgrämig den steuernden Matrosen scheltend, vorne spie der kleine Dampfer übellaunig schwarzen Kohlenqualm aus dem Schornstein und über das Schiff, welches er schleppen musste. So gings langsam dahin an ankernden Schiffen und Fischerkähnen vorbei. Möven zankten sich auf dem Wasser um den von der Ebbe weggeführten Schmutz des Hamburger Hafens, und vom flachen Gestade her blökte ärgerlich hie und da ein gelangweiltes Schaf.
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