About this book
Dieses Werk ist eine Sammlung von acht Novellen, die das Thema „Großstadt“ aus der Perspektive der russischen Moderne behandeln. Der einleitende Text stellt die Stadt als Kampfplatz des zeitgenössischen Lebens dar, als Ort, an dem Fortschritt und Verfall, Licht und Dunkelheit, Arbeit und Genuss gleichzeitig aufeinandertreffen. Dostojewski beschreibt die Stadt nicht nur als geografisches Gefüge, sondern als „zivilisatorische Versuchsstation“, in der die Kräfte der Nation sich konzentrieren und zugleich zerbrechen. Die Prosa ist durchzogen von Vergleichen zwischen Land und Stadt, zwischen Russland und anderen Nationen, und legt den Grundstein für die nachfolgenden Kurzgeschichten, die das Leben verschiedener Stadtbewohner – von Pionieren über Märtyrer bis zu den Verlorenen – beleuchten.
Der Stil ist dicht, philosophisch und von einer fast sermonartigen Rhetorik geprägt, die typisch für Dostojewskis späte Schriften ist. Die Sprache ist reich an Metaphern und historischen Anspielungen, wodurch ein Bild einer Stadt entsteht, die zugleich real und symbolisch wirkt. Leserinnen und Leser, die Interesse an tiefgründiger Gesellschaftskritik, an psychologischer Figurenzeichnung und an der literarischen Auseinandersetzung mit dem urbanen Wandel des 19. Jahrhunderts haben, werden an dieser Sammlung Gefallen finden. Besonders jene, die sich für die Wechselbeziehung von Individuum und Masse in einer sich rasch entwickelnden Metropole interessieren, werden die Novellen als eindringliche, wenn auch anspruchsvolle Lektüre schätzen.