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Zion: Gedichte
Language: de265 downloads on Project Gutenberg
Subjects
Public-domain ebook sourced from Project Gutenberg #52372.

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The opening · free to read
Ich habe Heimweh unbeschreiblich. Von Tränen ist der Blick verhängt. Ich fühle fern mich, süß und weiblich. Von Himmelssternen ganz versengt.
Ich habe manchen Mensch durchtastet. Und schlief auf manchem Winter-Platz. Doch niemals hab ich recht gerastet. Du Blut-Herz bliebst der einzige Schatz.
Und noch der Sonn-Frucht Köstlichkeit. Monds Segel-Wiege: Aller Stirne. Mein armer Tag sei euch geweiht. Zypressen ragen steil zu Firnen.
Aus Schrift-Gelenken, magisch und verzückt, Voll Wiesen-Weichheit, ewige Nacht enthaltend -- Hat dich zum erstenmal im Herbst erblickt Der Dichter, frei der höllischen Gewalten.
Ein Engel du aus Himmeln abgeschickt: Zu dir empor sich seine Wesen falten. Der Baum dient dir. Dir schmölz sein Erz-Genick. Und während rings die Räume jetzt erkalten,
Ein Nebel durchs Gemäuer schimmelnd frißt: Erhebst du dich voll Strahlgesang lobtönend, So äolssüß, daß dich kein Traum vergißt. --
Du trägst der Tage Hoheit, Dorn und Bürde. Doch Hyazinthen-Abend füllt dich ganz. Und steigst! Von Sternen-Faltern jungfräulichst Umschwirrte.
Du trägst sie wie ein Lamm. Und deine Beule Benetzt sie wie des Himmels blanker Baum. Dein Schimmelmond zerschmilzt. Und Trank der Fäulnis Vergoldet sich nektarisch dir im Traum.
Fabriken flöten, die sonst elend heulten. Madonna öffnet sich im finsteren Raum. Es steht der Sonne Strahl. Enorme Säule Auf deines Herzens Basis. Flimmernd kaum.
Zerflockt die Phalanx erzenster Gewitter. Auch Gnaden-Schnee träuft in die Wunden ein. Zinnoberer Mittag schwöll vom Sang der Schnitter.
Doch Rosen-Nacht fängt die Geliebten ein. Sie bluten aus. Fortschwingend in der Meere Korallen-Wildnis durchs Gestein zur Sphäre.
Du bist es, die der Felsen Nacktheit mildert, Die mich Verworfenen in ein Ewiges zieht. Die vielfach abgewandelt süß der Dichter schildert. Am Schluß der Aufschwung kühlen Sphärenlieds.
Der blanke Vogel über ödem Ried. Im Glorien-Strahl, der durchs Gewölke filtert Die Enzian-Wiese -- seliger Mondtraum glüht --, Wo Gießbach peitschend durch Gerölle wildert.
Ja tausend Städte nach dir abgegriffen -- Phantastische Länder weit um dich befragt ... Nun zög ich kühn gen dich auf Schwermut-Schiffen.
Und Bajonette steil für dich geschliffen. Bis rings entzündet durch Giftdämpfe vag Aus Gottes Antlitz stürzt dein Sternentag.
Zypressen-Nacht, durchflutet von Laternen. Bald löscht ein Schlaf dich Mensch in Schmerzen aus. Wirst du Geliebte meinen Traum durchsternen. Und trittst du ein in mein verlassenes Haus?!
Ich kann mich nicht mehr in den Bäumen halten. Ich schwinde. Ich versinke. Ohne Rest. Die ewigen Sphären über uns erkalten. Im Krampf die Hände um die Brust gepreßt.
Wo wurzelst du?! Ein Hauf. Verstört im Winde. Hah blutige Donner stürzend dich in Nacht. Der gute Traum: die Mutter mit dem Kinde. Und mit Musik zum hellen Tag erwacht.
Wir sind geboren in der Nacht der Wälder. Morast und Moor ward uns zu Aug und Haar. Die Wangen Mohn. Und Stirn: zerfurchte Felder. An Hügel Lippen glüht Gott wunderbar.
Wir liebend ungemein. Ob auch Geliebte?! Wir schlugen an. Es tönt. Und Abend neigt -- Dein Wimpern-Mond erlöse uns Betrübte! Dein Lied schwing auf, wenn dicht uns Tod umschweigt!
Du Süd-Olive. Haupt aus Mond Frucht. Wiese Die Wange mit zerschmolzenem Himmelsstern. Ich --: Panthervieh! Und stampfend! Finsterer Riese. Der schmiß in Trümmer euere Welten gern.
Der löscht mit Feuer aus die Fäulniszeiten. »... In dein Gehirn, o Mensch, den spitzen Blitz.« Du wirst wohl unterm Kokusbaum bereiten Ihm ewigen Schlaf. Den nicht Gewalt durchhitzt.
Den Traum der Götter. Schau der Pyramiden. Olymp dem Aug. Durch seine Adern Nil. Schon atmet weich er. Krasser Tat geschieden. Betaut die Stirn. Laub in den Haaren viel.
Du wardst zum Menschen so voll Traurigkeit, Daß du nicht schlafen kannst. Immer schwebst du mir im Gedächtnis ... Daß ich nicht schlafen kann -- Daß ich nur wachen kann -- Daß ich nur warten kann -- Wann, o wann?!
Die Nebelnacht beginnt. Und Fenster glosen. Ein Zug durchwindet diesen Raum mit Schrei. Und Menschen-Mächte durch die Straßen stoßen. Der Himmel Finsternis stürzt grell entzwei.
Da treibt der Dampf empor aus brüchiger Erde. Mit Schimmel füllt die Luft sich, Fäulnis voll. Auf Brückenmonden stehn die Traum-Verklärten, Gespenster-Fratzen. Blökend. Hundetoll.
Wo unten ziehend falbere Mädchen-Sippen. Verfluchter Kerl im stinkichten Pissoir. Doch ungeheuer zackt ihr Häuser-Klippen Phantastisch auf, im bunteren Talar
Gigantischer Plakate: Apotheosen Des viehischen Instinkts. Gelobt der Christ! Revolver-Mann in weiten Schlotter-Hosen. Und Fäulnis-Schaum durch die Gelenke frißt.
... Herbst uns verhaßt. Wir wünschten hellere Stürme. Verfall hat ausgetrumpft. Man zielt nach Lust. Nach Wetter-Zorn. Nach Blitz und Blau. Nach Türmen. Nach Muskel-Hügel. Nach Athleten Brust.
Nach blankem Satz. Geschliffenstem Wort. Perioden, Die magisch platzten. Aufruf. Endlichst --: Tat! Du Herbst lösch aus in unseren Frühlings-Oden. Die Sonne wirbelt groß ob unserem Pfad.
Straße im Grund beschwankt von den Früchten der Sterne. Lila-Regen durchstreifend Milch-Antlitze quer. Mit dem Monde vertauschtest dein Aug du ach gerne. Aus den Pausen der Buchten du stießest ins brüllende Meer.
Heros! Und Geifer klatscht rings dir zu Hüften jetzt wild. Charybdis und Scylla. Zerstampfer heiligen Gefilds. Saaten faulen. Schon brennt der ätherische Raum. Flammen-Schnee durchrast eueren Traum.
Ha --: ockernes Geläut! da Köpfe stoßen In der Asphalte tiefsten Höllen-Brei. Ha --: Wirbel-Beine. Schwirrend ... Blätter-Hosen. Die Häuser platzen lautlos oft entzwei.
Die Pyramide zeigt sich wieder. Und plötzlich stürzt zinnoberer Himmel Nil In alle ein. Neu formt sich jeder wieder Im Schoß der Sphinx --: ein heiliges Krokodil.
Die Reiche blühen bunt in ihren Arten. Du bist vermischt, o Volk. Doch tief im Ziel. Die mondene Zeder schweift im ewigen Garten. Und Halleluja rauscht der Enggescharten. Gold-Sinai ob schluchtenem Gewühl. -- Die Reiche blühen bunt in ihren Arten.
O welch Geglänze in den heiligen Städten. Der Tempel steigt. Des Gottes irdisch Zelt. Du zogst, o Volk, aus höllischen Gefretten. Dein David riß dich aus Philisterketten. In Harfe Jonathans das Sternlied fällt. O welch Geglänze in den heiligen Städten.
Du Strom ins Meer. Hier treibst du friedsam ankernd. Die Mutter breitet sich, scharlachene Bucht. Die Eselinnen rasten, heiß bedankte. Und Jeremia ruht, der blitzumrankte. Nur Baalschem tönt, voll hymnisch reinster Wucht.
Ekstasen der Propheten. Kamm der Kreuze. Gethsemane enthüllt in düstrer Nacht. Nun quillt die Erde über eures Weizens. Und Zions Töchter blühn in dunklen Reizen: Der Erde Runde stürzt! an ihrer Macht. Ekstasen der Propheten. Kamm der Kreuze.
Dein Blut ist gramverdunkelt. Welche Toten. Und Hiobs Leib und Beilis bittrer Stamm. Wenn deine Stätten auch zerstampft vermodern --: Die Psalter zeugen. Und Geburten lodern. In aller Herzen zieht dein Osterlamm.
Gewaltiges Volk! Gehirn du in Millionen! Du wandelst dich in Tat erhabener Geist. Und im Gericht ersiegten nur Gerechte. Verfolgt. Zersplittert. Stern singt ob Pogromen. Die Demut ists, die stets dich neu beweist. Nation der Unverfälschten und der Echten.
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