
Public-domain ebook
Fetzen: Aus der abenteuerlichen Chronika eines Überflüssigen
Language: de3,329 downloads on Project Gutenberg
Subjects
In: Humour·Novels·German Literature
Public-domain ebook sourced from Project Gutenberg #76308.

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In: Humour·Novels·German Literature
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Der Text ist ein experimentelles, selbstreflexives Werk, das sich als „Chronika eines Überflüssigen“ versteht und zugleich die Vorrede zu einem fiktiven Studenten‑Tagebuch bildet. Der Erzähler gesteht offen seine Unfähigkeit, ehrlich zu sein, und erklärt, dass die Vorrede eigentlich eine Nachrede sei – ein Hinweis darauf, dass das Buch erst nach seiner Entstehung Sinn erlangen kann. Schon im ersten Absatz wird ein makaber‑komischer Rahmen geschaffen: ein verstorbener Freund hinterlässt ein Paket mit halb unleserlichen Aufzeichnungen, einer lebenden Kröte und einer Erbschaft von fünfundsiebzigtausend Mark, die der Erzähler zu begleichen versucht. Das Geschehen verknüpft absurde Rechts‑ und Erbfragen mit einer satirischen Kritik an literarischen Konventionen und an der Gesellschaft, die er als „fast unmenschlich“ bezeichnet. Die Erzählung verspricht ein wirres Geflecht aus philosophischen Anmerkungen, mathematischen Zeit‑Wetter‑Theorien und grotesken Figuren, das sich in einer eigenwilligen, fast parodistischen Prosa entfaltet.
Der Stil ist stark von der Moderne des frühen 20. Jahrhunderts geprägt: verschachtelte Sätze, spielerischer Sprachwitz und ein bewusst überbordender Wortschatz, der zwischen Ernst und Ironie pendelt. Die Stimme des Erzählers ist zugleich selbstironisch und provokativ, während er das Publikum direkt anspricht und zu einer „rückhaltlosen Beichte“ auffordert. Leserinnen und Leser, die Freude an experimenteller Literatur, an literarischer Satire und an einer kritischen Auseinandersetzung mit Autor‑ und Leser‑rollen haben, werden an diesem Werk Gefallen finden. Besonders diejenigen, die an ungewöhnlichen Erzählformen und an einer Mischung aus philosophischem Gedankengang und skurrilem Humor interessiert sind, werden die dichte, paradox anmutende Welt von Alexander Weicker schätzen.
Ich will ehrlich sein und, obwohl ich selbst zur Kaste der Zeilenschinder und Tintenreiter gehöre, behaupten, daß die Ehrlichkeit nicht das Wesen der Schriftsteller ist. Weil ich die Vorrede zu allerletzt geschrieben, müßte ich sie eigentlich Nachrede nennen. Aus dieser Tatsache ziehe ich daher den geistreichen Schluß, daß es für den Leser nicht von Wichtigkeit ist, das Buch zu kennen, bevor er die Vorrede liest. Für den Verfasser ist diese Kenntnis um so wichtiger. …
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