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Liebe ist ewig: Roman
Language: de4,321 downloads on Project Gutenberg
Subjects
Public-domain ebook sourced from Project Gutenberg #78125.

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Der Roman „Liebe ist ewig“ von Wilhelm von Polenz ist ein deutschsprachiges Werk der frühen Moderne, das das Leben der Geschwister Jutta und Eberhard Reimers in einem von Wissenschaft und Kunst durchdrungenen Familienhaus schildert. Der Beginn führt den Leser in ein beengtes Zimmer, das wie ein Naturalienkabinett wirkt, voll von ausgestopften Vögeln, chemischen Präparaten und einer unheimlich grinenden Totenschädel‑Dekoration. Dort arbeitet Eberhard an einer Induktionsmaschine, während Jutta, seine jüngere Schwester, ihm schweigend die benötigten Werkzeuge reicht. Das Setting wird von einer Mischung aus kaltem Zigarettenrauch, säureartigen Gerüchen und der autoritären, aber nicht bösartigen Haltung Eberhards gegenüber seiner Schwester geprägt. Schon im ersten Kapitel treffen wir auf weitere Figuren – den lauten Bruno Knorrig und den kunstliebenden Oberstleutnant von Weischach – die das familiäre Gefüge um Wissenschaft, Handel und künstlerische Sehnsüchte erweitern.
Der Stil ist detailreich und von einer leicht ironischen Distanz, die typische Merkmale der deutschen Prosa des frühen 20. Jahrhunderts widerspiegelt. Polenz verwendet lange, verschachtelte Sätze, um das komplexe Innenleben seiner Charaktere und die atmosphärische Dichte des Hauses zu vermitteln. Leserinnen und Leser, die Freude an psychologisch nuancierten Familienporträts, an einer Mischung aus akademischer Neugier und künstlerischer Ambivalenz sowie an einer Sprache mit historischer Färbung haben, werden sich in diesem Roman gut aufgehoben fühlen.
Jutta mußte ihrem Bruder Eberhard wieder einmal bei seinen Experimenten helfen. Das Zimmer glich einem Naturalienkabinett. Auf Schränken standen ausgestopfte Vögel, auf Tischen und Kommoden erblickte man Steine, Erze, Gläser mit Spirituspräparaten, an den Wänden hingen Kästen, hinter deren Glasscheiben Schmetterlinge und Käfer aufgespießt waren. Vom Bücherbrett grinste unheimlich der Totenschädel herab. Der große viereckige Tisch in der Mitte des Zimmers war vollgestellt mit physikalischen Instrumenten; sie waren kostbarer, als man sie für gewöhnlich im Besitze eines siebzehnjährigen Gymnasiasten findet. Es herrschte in dem Raume ein undefinierbarer Geruch, der sich zusammensetzte aus der Ausdünstung ausgestopfter Tiere, kaltem Cigarettenrauch und dem ätzenden Aroma von allerhand Säuren und Essenzen. …
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